Wenn Sie einen Foodtrailer oder Foodtruckin Erwägung ziehen, ist eine der ersten Fragen völlig natürlich: „Wie viel kann ich damit realistisch verdienen?“ Das Internet ist voller Extreme – von „in einem Sommer reich werden“ bis „es ist Schufterei ohne Gewinn“. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Dieser Artikel ist so aufgebaut, dass er Ihnen einen praktischen Rahmen und einen Schnellrechnerbietet, mit dem Sie realistisch abschätzen können:
- wie viel Sie verkaufen müssen,
- welche Marge Sie benötigen,
- was Ihren Gewinn am stärksten beeinflusst,
und wie diejenigen ihre Rendite berechnen, bei denen ein Foodtrailer oder Foodtruck wirklich funktioniert.
Klären wir zunächst 3 Begriffe: Umsatz, Bruttomarge, Nettogewinn
Damit wir dasselbe berechnen:
- Umsatz = Anzahl der Portionen × Preis pro Portion
- Bruttomarge = Umsatz – Wareneinsatz (Food Cost)
- Nettogewinn = Bruttomarge – alle sonstigen Kosten (Personal, Standplatz, Transport, Energie, Service, Marketing …)
Für einen Foodtrailer oder Foodtruck ist es entscheidend, dass Sie vor allem auf den Nettogewinn pro Verkaufstag (oder pro Veranstaltung) schauen, nicht nur auf einen „schönen Umsatz“.
Schnellrechner: 4 Zahlen, die entscheiden
Wenn Sie die Rentabilität eines Foodtrailer oder Foodtruckabschätzen möchten, genügen diese 4 Eingabewerte:
- Durchschnittlicher Preis pro Portion (z. B. 9 €)
- Food Cost % (z. B. 30 %)
- Variable Kosten pro Tag (Standplatz-/Eventgebühr, Transport, Energie, Aushilfen …)
- Fixkosten (monatlich) (Leasing/Kredit, Lager, Buchhaltung, Versicherung, Service …)
Schritt A: Bruttomarge pro Portion
Bruttomarge pro Portion = Preis pro Portion × (1 – Food Cost %)
Beispiel:
- Preis pro Portion: 9 €
- Food Cost: 30 %→ 9 × 0,70 = 6,30 €
Schritt B: Bruttomarge pro Tag
Bruttomarge pro Tag = Anzahl der Portionen × Bruttomarge pro Portion
Beispiel:
- 150 Portionen × 6,30 € = 945 €
Schritt C: Nettogewinn pro Tag (vereinfacht)
Nettogewinn pro Tag ≈ Bruttomarge pro Tag – Variable Kosten pro Tag
Beispiel:
- 945 € – 450 € = 495 €
👉 Dies ist der praktischste Indikator für einen Foodtrailer oder Foodtruck: wie viel Ihnen nach einem Verkaufstag/Event übrig bleibt.
Warum verdient derselbe Foodtrailer oder Foodtruck einmal viel und hält sich ein andermal kaum über Wasser?
Denn der Gewinn reagiert am empfindlichsten auf 3 Dinge:
- Anzahl der Verkaufstage (wie viele Events/Betriebstage Sie pro Monat schaffen)
- Nettogewinn pro Tag (nicht Umsatz!)
- Geschwindigkeit und Kapazität der Ausgabe (wie viele Portionen Sie in Stoßzeiten tatsächlich ausgeben können)
Wenn Sie ein super Produkt haben, aber mit der Ausgabe nicht hinterherkommen oder keine Events haben, gehen die Zahlen nicht auf. Und umgekehrt – selbst ein einfaches Konzept kann extrem profitabel sein, wenn Standort und System stimmen.
Die häufigsten Fehler bei der Berechnung der Rendite (ROI)
1) Sie berechnen die Amortisation auf Basis des Umsatzes
Die Amortisation wird vom Gewinnberechnet, nicht vom Umsatz. Der Umsatz ist die „Top Line“, aber die Investition zahlt nur das ab, was Ihnen übrig bleibt.
2) Sie vergessen schwache Tage und Saisonalität
In der Realität kommt es zu:
- Regen,
- schwächeren Events,
- Personalausfällen,
- technischen Problemen,
- saisonalen Schwankungen.
Erstellen Sie daher immer 3 Szenarien: konservativ / realistisch / optimistisch.
3) Sie ignorieren Kosten, die nicht groß erscheinen (sich aber summieren)
Typischerweise:
- Standplatzgebühr (fix oder % vom Umsatz),
- Energie auf Festivals,
- Lagerung/Parken,
- Service und Verbrauchsmaterial,
- Marketing,
- Buchhaltung und Verwaltung.
Schneller Rahmen für eine „gesunde“ Marge beim Foodtrailer oder Foodtruck
Jedes Konzept ist anders, aber generell gilt:
- je höher die Food Cost, desto mehr müssen Sie über Preis oder Volumen gehen,
- je mehr Personal, desto höher muss die Bruttomarge sein,
- je teurer das Event, desto mehr brauchen Sie „Durchsatz in der Spitze“.
Daher ist es sehr nützlich, Folgendes zu verfolgen:
- Food Cost %
- Bruttomarge pro Portion
- Nettogewinn pro Tag
Einfaches Beispiel für die Rendite (ROI) anhand von 2 Szenarien
Stellen wir uns vor, die Investition in einen Foodtrailer oder Foodtruck beträgt 35 000 € zzgl. MwSt..
Szenario A – gute Events, gutes System
- Nettogewinn pro Tag: 400 €
- Verkaufstage/Monat: 10→ monatlicher Gewinn: 4 000 €→ Amortisation: 35 000 / 4 000 = 8,75 Monate
Szenario B – weniger Tage, geringerer Gewinn pro Tag
- Nettogewinn pro Tag: 250 €
- Verkaufstage/Monat: 6→ monatlicher Gewinn: 1 500 €→ Amortisation: 35 000 / 1 500 = 23,3 Monate
Der Punkt: die Amortisation wird am stärksten von der Anzahl der Verkaufstage und dem Gewinn pro Tag beeinflusst – nicht davon, ob Sie einen „schönen Foodtrailer“ haben.
Wie man das Ganze mit dem Konzept verknüpft (und warum wir maßgeschneiderte Konzepte erstellen)
Konzepte (Café, Bar, Streetfood, Eis …) unterscheiden sich darin:
- welche Food Cost sie haben,
- welche Ausgabegeschwindigkeit sie haben,
- welche technischen Anforderungen sie haben (Strom, Gas, Kühlung),
- für welche Events sie sich eignen.
Daher ist die beste Vorgehensweise:
- eine Kalkulation erstellen (Preis pro Portion, Food Cost, Kosten pro Tag, Anzahl der Verkaufstage),
- und erst danach Größe, Ausstattung und Layout des Foodtrailer oder Foodtruck.
Hinweis
- Die angeführten Berechnungen sind Modellrechnungen und dienen der Orientierung. Die tatsächlichen Ergebnisse hängen von Standort, Art der Events, Preisen, Wettbewerb, Team, Wetter, Saison und Verkaufsgeschick ab.
- Der ROI ist weder ein Versprechen noch eine Garantie. Er ist ein Rahmen, um die Amortisation bei der Entscheidung verantwortungsvoll abzuschätzen.
- Bei der Entscheidung empfehlen wir, mindestens von einem realistischen und einem konservativen Szenario auszugehen.
Abschließende Empfehlung von Gastronova
Wenn Sie möchten, dass Ihr Foodtrailer oder Foodtruck wirklich Geld verdient, empfehlen wir, die Dinge in dieser Reihenfolge anzugehen:
- Erstellen Sie eine Schnellkalkulation: Preis pro Portion, Food Cost, Kosten pro Tag, Anzahl der Verkaufstage.
- Konzentrieren Sie sich auf die Ausgabekapazität: Servicegeschwindigkeit und Workflow machen oft einen größeren Unterschied als „ein weiteres Gerät“.
- Wählen Sie die Technik nach dem Konzept aus, nicht danach, was jemand auf Instagram zeigt.
- Planen Sie nicht auf Kante: Lieber Reserven bei Strom/Ausstattung als Stillstand in der Stoßzeit.
Und wenn Sie möchten, senden Sie uns:
- ein kurzes Konzept (was Sie verkaufen),
- Ziel-Events/Standorte,
- und eine ungefähre Preisliste der Portionen,
… und wir helfen Ihnen, einen maßgeschneiderten Foodtrailer oder Foodtruck so zu entwerfen, dass am Ende Zahlen und Betrieb stimmen.
FAQ
Welche Zahl ist für meine Entscheidung am wichtigsten?
Für einen Foodtrailer oder Foodtruck ist am wichtigsten Nettogewinn pro Verkaufstag und wie viele solcher Tage Sie monatlich stabil schaffen. Das bestimmt direkt Ihre Amortisation und Ihren Cashflow.
Wie viel kW und welcher Anschluss sind für einen Foodtrailer oder Foodtruck „typischerweise“ nötig?
Das hängt von den Geräten ab, aber wenn Sie Heizung/Kaffeemaschine/Kühlung gleichzeitig betreiben, ist in der Praxis meist am stabilsten 400V mit Aufteilung auf Phasen/Stromkreise. Bei einfachen Konzepten können auch 230V ausreichen, aber Sie stoßen schnell an Grenzen.
Welche Food Cost ist „OK“?
Das hängt vom Konzept und vom Preis pro Portion ab, aber entscheidend ist, dass Ihnen nach dem Wareneinsatz noch Spielraum für Personal, Eventgebühren und Gewinn bleibt. Ist die Food Cost hoch, brauchen Sie entweder einen höheren Preis oder ein großes Verkaufsvolumen.
Warum hat jemand enorme Umsätze, aber null Gewinn?
Weil Umsatz keine Kosten deckt. Ein Foodtrailer oder Foodtruck kann einen großen Umsatz machen, aber wenn Eventgebühren, Löhne, Energie und Wareneinsatz hoch sind, kann sich der Nettogewinn in Luft auflösen.
Ist es besser, eher auf eine günstigere Zusammenstellung oder auf hochwertigere Ausstattung zu setzen?
Wenn Sie ein klares Konzept haben und wissen, dass Sie oft verkaufen werden, erhöhen hochwertigere Ausstattung und ein guter Workflow in der Regel Ihre Ausgabekapazität und Zuverlässigkeit. Beim „Testen“ des Marktes ist ein konservativerer Start sinnvoll – aber immer mit sicherer Technik (vor allem Strom, Wasser, Hygiene).
Kann man aus einem Foodtrailer oder Foodtruck ein Ganzjahresgeschäft machen?
Ja, aber man muss mit Saisonalität rechnen und einen Plan haben: Indoor-Events, Wintermärkte, Firmenveranstaltungen, Kooperationen oder eine andere Verkaufsform außerhalb des Sommers. Ganzjährigkeit hängt mehr vom Eventkalender und Marketing ab als vom Foodtrailer selbst.
Wie schnell kann sich die Investition amortisieren (ROI)?
Der ROI kann zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren liegen – er hängt am meisten von der Anzahl der Verkaufstage und dem Nettogewinn pro Tagab. Daher empfehlen wir, immer sowohl ein konservatives als auch ein realistisches Szenario zu erstellen.
Was ist der beste erste Schritt, wenn ich anfangen möchte?
Finden Sie heraus, wo Sie verkaufen werden (Events/Standorte), legen Sie den Preis pro Portion fest, berechnen Sie Food Cost und Tageskosten – daraus ergibt sich, welches Konzept und welche Ausstattung für Ihren Foodtrailer oder Foodtruck.
